Prinzipien der Quantenphysik
Prinzipien der Quantenphysik
1. Konzentrierte Information
Die Quantenphysik befasst sich mit dem Verhalten und der Wechselwirkung kleinster Teilchen. Jede Materie und damit auch alles, was wir in der von uns wahrgenommenen eigenen Körperlichkeit erleben, besteht aus diesen kleinsten Teilchen. Die Beschreibung dieser Quantencharakteristika wechselt in dem Moment von etwas Abstraktem zu etwas ganz persönlich Konkreten, sobald wir uns erlauben die Erkenntnisse als Teil unseres eigenen Selbstkonzeptes zu erleben. Und auf der Ebene der kleinsten Teilchen ist jeder Mensch konzentrierte Information!
2. Jenseits von Ursache und Wirkung
In der Newtonschen Physik, in der es um das Verhalten von fester Materie geht, ist es eine unumstößliche Gesetzmäßigkeit, dass bei Wiederholung eines Versuchs unter gleichen Bedingungen, sich stets das gleiche Ergebnis zeigt. Dabei sprechen wir von Kausalität. Und so erleben wir auch im Alltag unsere Welt: Wenn bei allen mechanischen Systemen etwas kaputt geht, suchen wir die Ursache und tauschen das kaputte Teil aus. Stellen Sie sich es etwa einmal mit einem schadhaften Zahnrädchen einer kaputten Uhr vor. Die Uhr funktioniert nicht, wir suchen die Ursache, indem wir beispielsweise das schadhafte Rädchen finden und tauschen es. Wir erkennen ein Problem, analysieren die Situation, stellen eine Diagnose und „behandeln“ die Störung. Das funktioniert auch phantastisch auf der Ebene der Materie, und wir sollten es auch überhaupt nicht missen wollen – auf dieser Systemebene! Sobald wir die von uns wahrgenommene Materie verlassen und uns auf unsere Quantenebene begeben, zeigen uns quantenphysikalische Experimente, dass es mehr als ein mögliches Ergebnis gibt. Welches Ergebnis konkret eintritt, hat keine Ursache und ist nicht vorhersagbar. Kausalität, also Ursache und Wirkung sind auf der Quantenebene nicht vorhanden.
3. Superposition und Kohärenz
Superposition meint, dass Quantenteilchen in einer gleichzeitigen Überlagerung von verschieden Positionen existieren können. Erst in dem Moment, in dem eine Messung durchgeführt wird, entsteht aus der Superposition eine Möglichkeit und wird durch den Vorgang der Beobachtung „Realität“. Die Überlagerung der verschiedenen Möglichkeiten kollabiert, also zusammenbricht. Und dieses Kollabieren war etwas, was in der frühen Phase der Quantenphysik nicht sein dürfte. So hat auch Albert Einstein dieses Kollabieren nie akzeptieren wollen. „Das von Einstein diskutierte Problem, tritt nicht auf, wenn man annimmt, dass die Quantenphysik nur Wahrscheinlichkeiten für Ereignisse angibt… Wir müssen damit aber aufgeben, die Wirklichkeit in jedem einzelnen Ereignis immer vollständig beschreiben zu können. Und gerade das hat Einstein nicht gepasst. Er hat verlangt, dass die Physik immer die Wirklichkeit erklärt und nicht nur Wahrscheinlichkeiten. Aber damit hatte er wahrscheinlich Unrecht“ fasst Anton Zeilinger zusammen.
Wenn wir uns vorstellen, dass in unserem subatomaren Bereich unserer Gedanken und Gefühle auch ein solches Superpositionsprinzip besteht, dann wird in dem Moment unserer Wahrnehmung im Jetzt aus der Superposition der Überlagerung verschiedener Zustände eine innere Wirklichkeit erschaffen. Oder besser ausgedrückt, wir erschaffen aus der Superposition heraus eine von vielen inneren Wirklichkeiten. Der amerikanische Physiker David Bohm sprach schon vor über 50 Jahren von einem allem innewohnenden „Quantenpotential“.
Quantenphysikalische Wellen, die regelmäßig schwingen und in einer festen Beziehung zueinander stehen, verstärken sich entweder gegenseitig oder löschen sich aus. In der Fachsprache der Quantenphysik wird dann von destruktiver Interferenz (gegenseitige Aufhebung der Wellen) oder konstruktiver Interferenz (Verstärkung) gesprochen. Sofern die Wellen in einer festen Weise miteinander schwingen, entstehen kohärente Wellen oder vollständige Kohärenz. Im Falle der gegenseitigen Aufhebung entsteht dagegen Dekohärenz.
Für die Superposition von Quantenteilchen ist es ausschlaggebend, dass die Zustände der Teilchen in einer kohärenten Beziehung miteinander stehen. Diese Kohärenz und damit die Superposition der Teilchen, in der alle Möglichkeiten offen sind, geht in dem Moment verloren, in dem Informationen über das System in die Umgebung gelangen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein Beobachter hinzukommt.
Und nun können wir fragen, in welcher kohärenten bzw. dekohärenten Schwingung sich unsere 50 Billionen Zellen – und deren Bestandteile, wie Atome und subatomare Teilchen – zueinander befinden: Emotionale Zustände, denen wir die Bezeichnung Liebe beispielsweise geben, erschaffen im Moment des Jetzt eine solche Kohärenz. Andere Zustände, wie beispielsweise Wut oder Ärger erschaffen Dekohärenz im elektromagnetischen Bereich unserer Zellen.
4. Messung der „Realitäten“
Aus der Newtonschen Physik sind wir gewohnt, alles genau messen zu können. Alles, was wir als feste Materie wahrnehmen können, kann exakt gemessen werden, völlig unabhängig, wer, wie und wo die Messung durchgeführt wird. Auf dieser grundlegenden Erfahrung mit der Welt fester Materie baut sich genau unsere Wahrnehmung der äußeren Realitäten auf: Alles existiert völlig unabhängig vom Beobachter und der Messung.
An dieser Stelle zeigen uns unsere kleinsten Teilchen ganz andere Gesetzmäßigkeiten auf: Bei Messungen an Quantenobjekten wird mit der Messung eine Möglichkeit (unter vielen Möglichkeiten) ausgewählt. Vor der Messung hat jeder Gegenstand der Messung oder Beobachtung scheinbar unendliche Möglichkeiten. Mit der Messung oder Beobachtung wird eine Möglichkeit daraus ausgewählt und diese Wirklichkeit wird in dem Moment, im Jetzt der Messung Realität. Alle anderen Möglichkeiten, bleiben danach „vergessen“.
Natürlich gibt es vom Beobachter unabhängige Realitäten, aber nur solange, wie sie nicht beobachtet werden. Und diese typischen Quantencharakteristika führen uns auch an die Grenzen des „Wissens“:
Im Moment, in dem wir beginnen Phänomene zu benennen, sind die Phänomene nicht mehr das, was sie sind, sondern das, was wir aus ihnen machen. Und aufgrund unserer Erfahrungen mit fester Materie, wo es ja scheinbar exakt so funktioniert, sind wir von der „Objektivität“ unseres Vorgehens als allgemeines Lebensgesetz überzeugt.
Doch zeigen uns quantenphysikalische Erkenntnisse deutlich, dass dies ein Irrtum ist. Beispielsweise gibt es bei Elementarteilchen nicht einmal Bewegung, unabhängig vom Beobachter! Der Eindruck der Bewegtheit setzt voraus, dass es einen Wechsel des Ortes gibt, was ein vergleichendes Gedächtnis, sowie die Orte, zu denen der Beobachter die beobachteten Objekte in Beziehung setzt. Ohne ein Bezugssystem, das den Dingen erst mögliche Eigenschaften gibt, wie Richtung und Geschwindigkeit, kann es keine Eigenschaften geben. Und das bringt Werner Heisenberg auf den Punkt: „Die Bahn eines Teilchens entsteht erst dadurch, dass wir es beobachten“.
Sobald wir beginnen Informationen zu beobachten, ohne jeglichem Interesse daran, sie mit unserem bewussten Verstand zu benennen, können wir eine ständig in uns existierende Ebene wahrnehmen. Das mag zunächst so passiv klingen, ist aber ein hoch aktiver Zustand, geprägt von einer rezeptiven Energie. Aktiv und gleichzeitig rezeptiv wahrnehmend, anstelle von aktiv und gestaltend. Denn Beobachtung ist auf der quantenphysikalischen Ebene durchaus höchst aktiv, da erst genau durch diesen Vorgang der Beobachtung, die Realitäten, wie wir sie kennen und wir sie erleben, erschaffen werden.
5. Nicht-Lokalität der Information
Zwei Quantenobjekte, wie z.B. zwei Photonen können über hunderte von Kilometern „verschränkt“ oder anders ausgedrückt im „Eins Sein“ verbunden sein – trotz scheinbar räumlicher Trennung. Sobald bei einem von zwei „verschränkten“ Quantenobjekten der Ladungszustand gemessen wird, legt dies im Jetzt der Messung den Ladungszustand des „verschränkten“ Quantenobjekts fest. Wird beispielsweise die Polarisation eines Photons gemessen, legt diese Messung im Augenblick des Messens die Polarisation des anderen Photons fest. Lediglich in Jetzt der Messung wird die Polarisation des Photons aus dem Feld der Möglichkeiten erst entschieden. Während bei fester Materie die Eigenschaften des Objekts schon vorher feststehen, z.B. welche Farbe ein verdecktes Objekt hat, wird die Eigenschaft von Quantenobjekten erst mit der Messung entschieden.
6. Die Bedeutung der Quantenphysik für unser eigenes Heilsein
„Wir haben hier eine wichtige Beobachtung zu machen. Das ist die, dass die Konzepte Wirklichkeit und Information nicht voneinander getrennt werden können. Es ist hier nicht möglich die Wirklichkeit zu denken, ohne gleich über das nachzudenken, was wir von der Wirklichkeit wissen. Aus der Geschichte der Physik haben wir gelernt, dass es immer wieder sehr erfolgreich war, Trennungen von Konzepten aufzugeben, die wir in Experimenten in keiner Weise trennen können. Bei der Trennung der Begriffe Information und Wirklichkeit handelt es sich schienbar um so ein Begriffspaar. Es ist nun klar, warum Albert Einstein die Quantenphysik kritisieren musst, warum er Verschränkung als ‘spukhaft’ bezeichnete. Sein Bild einer real, faktisch existierenden Wirklichkeit, die in ihren wesentlichen Eigenschaften unabhängig von uns ist, diese Trennung von Wirklichkeit und Information ist offenbar nicht haltbar“.
(Anton Zeilinger)
Wirklichkeit und Information können nicht voneinander getrennt werden. Im innersten Kern besteht jede feste Materie aus Information und sonst aus Nichts. Information bedeutet auf der Ebene der Bits, also der kleinsten Einheit, mit der nur zwei Zustände übertragen werden: Binär = Null oder Eins. Ja oder Nein. Zur Information werden diese kleinsten Dateneinheiten dann, wenn ein Beobachter in der momentanen Aufmerksamkeit des Augenblicks es zu „verstehen“ im Stande ist. Die Wirklichkeit, mit der wir uns geistig umgeben, ist unser eigenes Konstrukt. Die vom Beobachter wahrgenommene Wirklichkeit ist stets eine Interpretation unseres kognitiven Wahrnehmungsprozesses. Sind wir uns dessen bewusst und gehen wir entsprechend achtsam damit um, können wir erkennen, dass wir jederzeit die Möglichkeit haben, unsere eigene innere Wirklichkeit zu erschaffen. Jeden Moment aufs Neue können wir uns entscheiden, achtsam zu sein, in unseren Wachstumsmodus zu gehen, uns mit unserer Quantenintelligenz zu verbinden und das Leben mit offenen und strahlenden Augen zu betrachten.
Weitere Infos unter:
Institut für QuantenIntelligenz | Klaus Medicus | Spicherenstraße 14 | 81667 München |
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